[Veranstaltung] My Tool, My Choice | Gruppenausstellung, Vernissage 24.01.26, 11:00 Uhr
My Tool, My Choice
Gruppenausstellung der Studierenden der LV "Technologien/Praxen | Digitale Kommunikations - und Medienwelten“ / Group exhibition by students of the course “Technologies/Practices | Digital Communication and Media Worlds”
Mit /with: DOMINIK EINFALT, LIDIA FILATOVA, RYTA KULYK, TARA LUGER, JOHANNA PAULER, RUBEN ZELLWEGER, MARTA KAROLĪNE ZIŅĢĪTE
Sa / Sat, 24.1.2026, 11:00 Vernissage und Präsentationen / Vernissage and Presentations
12:00 Initiation eines Körpers / Body Initiation
12:30 Datenmessung der Expert*innen (Kollektiv "Bahnhofstraße 7") / Data measurement by the experts (collective ‘Bahnhofstraße 7’)
Sa / Sat, 24.1.2026 - Fr / Fri, 30.1.2026 Ausstellung / Exhibition
Fr / Fri, 30.1.2026, 19:00 Finissage / Closing
Öffnungszeiten / opening hours:
So / Sun, 25.01.2026, 13:00-16:00
Mo / Mon, 26.01.2026, 13:00-16:00 / 17:30-19:30
Weitere Öffnungszeiten auf Anfrage / further opening hours on request: orga[at]mzbaltazarslaboratory.org
Mz* Baltazar's Laboratory, Jägerstraße 52-54, 1200 Wien / Vienna
My Tool, My Choice
Algorithmen, Deepfakes und der ständige Slop-Fluss fordern uns heraus. Wir lachen kurz auf. Ekeln uns, freuen uns. In kleinen Grassroots-Schritten bewegen wir uns durch Kunst, die sich ihre Tools wieder zu eigen machen will. Humorvoll und stolpernd agieren wir im Wissen, dass die Bausteine und Werkzeuge der post-industriellen Wolke nicht in unseren Händen liegen. Die Souveränität über demokratische Produktionsmittel und ihre Plattformen sind längst post-national kapitalisiert und militarisiert. Kontrolldiskurse haben sich dort überholt, wo Wahrheiten neu verhandelt werden. Die Verschränkungen des Lebendigen verkrampfen sich in Handlungsanweisungsvorsätzen. Im Grunde ist es weniger die Aufmerksamkeit nach der gesucht wird, sondern eher die existenzielle Suche nach einem gemeinsamen Handlungsspielraum.
Dominik, Lidia, Ryta, Tara, Johanna, Ruben und Marta gestalten eine Ausstellung in Mz* Baltazar‘s Laboratory. Sie zeigt viel Humor, manchmal auch ihre Ohnmacht, schafft analoge Gedankenräume und lädt ein, sich alte Hardware wieder anzueignen. Sie schafft kleine Wahrheiten und lässt noch kleinere Fakes wachsen. Sie baut Kunst, die sich ihrer Bausteine und Materialien wieder bewusst wird. Verhandelt die unermessliche Fülle sich die Souveränität über den gemeinsamen Handlungsspielraum in der post-digitalen Welt wieder zu eigen zu machen.
Algorithms, deepfakes and the constant flow of AI-slop challenge provoke us. We laugh briefly. We are disgusted, we rejoice. In small grassroots steps, we move through art, that wants to reclaim its tools. Humorous and stumbling, we act in the knowledge, that the building blocks and tools of the post-industrial cloud are not in our hands. Sovereignty over democratic means of production and their platforms has long since been post-nationally capitalised and militarised. Discourses of control have become obsolete where truths are re-negotiated. The interconnections of life are cramped by instructions for action. Basically, it's less about seeking attention but more about the existential search for a common scope of action within this post-digital framework.
Dominik, Lidia, Ryta, Tara, Johanna, Ruben and Marta are setting up an exhibition at Mz* Baltazar's Laboratory. It displays a great deal of humour, sometimes also their powerlessness, creates analogue spaces for thoughts, and invites visitors to reclaim old hardware. It creates small truths and allows even smaller fakes to grow. It builds art that becomes aware of its building blocks and materials again. The immeasurable abundance of reclaiming sovereignty over the common scope for action in the post-digital world.
DOMINIK EINFALT
ac(Cu)mulated Bodies
Durch die Ansammlung leitfähiger Materie (Kupfer/Cu) wachsen Körper. Diese sind weder gestaltet noch lebendig. Elektronische Bauteile dienen als Substrat für deren Wachstum. Deren Funktion kollabiert zu Masse, Zeit verdichtet sich zu deren Körpern.
Through the accumulation of conductive material (copper/Cu), bodies emerge, that are neither designed nor alive. Electronic components serve as substrates for their growth. Their function collapses into mass. Time condenses into their bodies.
LIDIA FILATOVA
PLEASE DON'T USE AI- ZINE
Heutzutage wird KI fast überall und von jedem verwendet. Finde in einem Selbsttest heraus, wer die KI für dich ist und was für Auswirkungen das hat.
Nowadays, AI is used almost everywhere and by everyone. Take a self-test to find out, who or what AI is for you and what impact it has.
RYTA KULYK
MY TOOL MY CHOICE
Das Plakatdesign basiert auf dem Bild einer mit Blumen bedeckten elektronischen Leiterplatte. Dieses Bild steht für einen techno-humanistischen Ansatz im Kontext des Kunstschaffens.
The poster design is based on the image of an electronic circuit board covered with flowers. This image represents a techno-humanistic approach in the context of making art.
TARA LUGER
EXPERT NO. 6: OPERATING ON TRANSLATIVE GAUGE FOR IDENTIFICATION OF INVASIVE-COMMUNICATIVE MÜCRO-PARTICLES
Daten Sammlung
Was ist mit dem Wetter los? Extreme Hitze, Kälte, Dürre und Überflutungen wechseln sich in Höchstgeschwindigkeit ab – ein unerklärliches Phänomen. Sechs Expert*innen haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit ihren hochspezialisierten Maschinen, Daten an öffentlichen Orten zu sammeln und die Antwort zu finden.
Expertin Nr. 6 operiert am „Übersetzmesser“ zur Bestimmung invasiv-kommunikativer Mükro-Partikel. Diese können sich durch übermäßigen Ausstoß von CO2, 3 und 4, Reifenabrieb und Mansplaining in der Atemluft festsetzen. Der Übersetzmessernimmt die hochfrequenten Schwingungen dieser Partikel auf und übersetzt sie in hörbare Frequenzen und ein Ablaufdatum. Je lauter und dichter die übersetzten Frequenzen und je näher das Datum, desto fataler die Belastung.
Data Collection
What is wrong with the weather? Extreme heat, cold, drought and flooding take turns at high speed - an inexplicable phenomenon. Six experts set out with their highly specialized machines to collect data in public spaces and find the answer.
Expert no. 6 operates on the Translative Gauge for identification of invasive-communicative Mücro-particles. These are distributed in the air due to excessive emissions of CO2, 3, and 4, tire abrasion and mansplaining. The translative gauge picks up the particles high frequency vibration and translates it into audible frequencies and a date of expiry. The louder and denser these frequencies and the nearer the date, the more fatal the pollution.
JOHANNA PAULER
MY DIGITAL LOVE AFFAIR
Auf deiner Reise durch die digitalen Landschaften fühlst du dich verloren – leicht aus dem Takt geraten. All die Stunden vor dem Bildschirm lassen dich einsam zurück.
Auf der Suche nach deiner Seelenverwandten wanderst du von Interface zu Interface, gelockt vom Versprechen unmittelbarer Verbindung. Bald gerätst du in ein Spiel aus verführerischen Bots und einfachen Antworten.
Doch wenn du Simulation von etwas Echtem unterscheiden willst,
musst du über die Oberfläche hinausblicken
und etwas tiefer unter die Oberfläche graben.
Drücke die Eingabetaste, um zu beginnen …
Venturing through the digital lands, you feel lost - slightly out of sync. All these hours staring at the screen, leave you feeling lonely.
Looking for your soulmate, you wander from interface to interface following their promise of instant connection. Soon you are drawn into a game of enticing bots and easy answers.
But if you want to distinguish simulation from something real,
you’ll have to look past the interface
and dig a little deeper beneath the surface.
Press enter to start ...
RUBEN ZELLWEGER
SEHNSUCHT NACH UMSTÄNDLICHKEIT
(WARUM EINFACH, WENNS AUCH KOMPLIZIERT GEHT)
In unserer Zeit haben wir die Toleranz für Unannehmlichkeiten verloren. Alles ist an unseren Fingerspitzen: soziale Verbindungen, Güter, Unterhaltung, Informationen.Wir können jederzeit jegliche gewünschte Musik mit so gut wie keinen Einschränkungen hören.
Musik hören hat seinen materiellen Charakter verloren und damit auch den Wert, den wir ihr zuschreiben. Sich Umstände zu machen um etwas zu bekommen, führt dazu, dass wir es mehr schätzen. Zugang zu weniger zu haben, lässt uns auf das fokussieren, was da ist. Auf dem Weg zu einer achtsameren Existenz, werfe ich gerne einen näheren Blick auf die Dinge, die wir als selbstverständlich ansehen. Sei es abwaschen, Wäsche aufhängen, sich anziehen, schreiben, Musik hören. Unannehmlichkeiten zwingen uns dazu, innezuhalten und die Schönheit im Alltäglichen zu sehen. Ich will diese Unannehmlichkeit in mein Leben zurückbringen und ich weiß dass ich damit nicht alleine bin.
CRAVING INCONVENIENCE
(WHY DO IT SIMPLE IF YOU CAN MAKE IT COMPLICATED)
In our times, we've lost tolerance for inconvenience. Everything is at our fingertips: connection, goods, entertainment, information. We can listen to all the music we want at any time with virtually no restrictions.
Listening to music has lost its physicality and with it the perceived value we ascribe to it. Having to go through inconveniences to get something, makes us appreciate it more. Having access to less, makes us focus on what is there.
On a path to a more present existence, I like to take a closer look at the things we take for granted. Be it washing the dishes, taking down laundry, getting dressed, writing, listening to music.
Inconvenience makes me slow down and notice the beauty in the mundane.
I want to bring this inconvenience back into my life and I know I'm not the only one.
MARTA KAROLĪNE ZIŅĢĪTE
EIN POSTER GESTALTEN.
Wir alle kennen Tage, an denen wir im Bett liegen, ohne Energie und ohne Motivation, uns zu bewegen. Das hat mich dazu gebracht, meine digitale Entgiftungskur zu beginnen, bei der sich das Fehlen der üblichen Apps zunächst wie Leere und ein Verpassen der Welt anfühlt. Mit der Zeit erwachen die Sinne und offenbaren längst vergessene Farben, Geräusche und Geschmäcker. Dieses Werk spiegelt meine Interpretation des fragilen Prozesses der Veränderung und der stillen Kraft wider, die nötig ist, um Präsenz und Gleichgewicht zurückzugewinnen.
MAKE A POSTER.
We all know days spending in bed without energy, lacking any motivation to move. This led me to begin my digital detox journey, where at first the absence of usual apps, feels like emptiness and missing out on the world. Over time, the senses awaken, revealing long forgotten colors, sounds and tastes. This piece reflects my interpretation of the fragile process of change and the quiet strength it takes, to reclaim presence and balance.
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Olivia Jaques
olivia.jaques[at]mzbaltazarslaboratory.org
Kollektiv Mz. Baltazar's Laboratory
www.mzbaltazarslaboratory.org
Performatorium (Olivia Jaques & Marlies Surtmann)
www.performatorium.wordpress.com
artasfoundation – art in conflict regions
www.artasfoundation.ch
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Anhang 1: https://uni-ak.at/accounts/anhang/IKKK_2026_01_21_15_45_poster_black_noise_JAN_2026.pdf